Burabay – Borowoje

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Burabay

Seit zwei Tagen bin ich jetzt in Burabay, das 200 km nordöstlich von Astana liegt. Für die Anreise aus Astana gibt es drei Möglichkeiten: einmal täglich morgens um etwa 7:00 gibt es einen Zug sowie regelmäßige Busverbindungen nach Stschutschinsk, von wo aus man mit dem Taxi weiter fahren kann oder man nimmt gleich ein Taxi bis Burabay. Der kasachische Name der Stadt geht auf eine Legende zurück, die mit einem Kamel zu tun hat. Burabay von Bura = das Kamel. Einer der bizarren Granitfelsformationen für die Burabay bekannt ist, erinnert an einen Kamelrücken. Der russische Name des Ortes Borowoje, bedeutet viel wie waldige Landschaft. Dem vor allem aus Kiefern und Birken bestehenden Wald IMG_5762verdankt Borowoje/Burabay seine gute Luft und den Status als Kurort. Von Einheimischen wird die Region gerne als „Kasachische Schweiz“ bezeichnet. Der Trescher Reiseführer beschreibt sie sehr treffend wie ich sagen würde als „gelungene Mischung aus Sächsicher Schweiz (bizarre Felsvormationen), märkischem Sand, kasachischer Steppe und sibirischer Taiga“.

Bis Ende Mai ist noch Vorsaison und man kann die Stille in der Natur genießen. Diverse Restaurationsbetriebe, Boots- und Liegebettenverleihe sowei Kioske bereiten sich aber schon intensiv auf die Saison vor. Überall wird gesägt, repariert, lackiert und ausgebessert. Man kann sich gut vorstellen, dass es in der kurzen Hauptsaison von Juni bis August, mit der Ruhe vorbei ist. Hin und wieder bekommt man schon einen Vorgeschmack davon, wenn „probeweise“ schon mal ein Lautsprecher aufgedreht wird…

Ich wohne im Hotel Complex Insar am See, ein einfaches, sympathisches Haus mit einer sensationell guten Hotelküche. Direkt hinter dem Haus gelangt man durch ein Tor direkt zum See. Die Angestellten sind sehr freundlich, wie überhaupt alle Menschen, mit denen ich hier zu tun hatte. Als ich ankam, war es noch kalt und regnerisch. Bei meinem ersten Spaziergang entlang des Sees fing es wieder an zu regnen und ich hatte keinen Regenschutz dabei. Mir fiel ein, dass ich vor wenigen Minuten an einem Lokal vorbeigekommen war. Also nichts wie zurück dahin. Drinnen wurde zwar auch noch emsig gearbeitet, aber ich bekam einen Instantkaffee und einen Leih-Regenumhang. Dermaßen ausgerüstet habe ich mich dann bald wieder auf den Weg gemacht.

IMG_5767Etwa nach der Hälfte der Seeumrundung kommt man an einem Ressort-Hotel vorbei. Mir war nach einer kleinen Stärkung. Drinnen gähnende Leere. Aber ja, das Restaurant sei offen sagt die freundliche Angestellte, begleitet mich in den ersten Stock – und schließt die Restauranttür auf…. Ich bekomme gutes Essen (nicht so gut wie im Insar!) bei freundlicher Bedienung bevor ich mich auf den Rückweg mache. Ich finde den Einstieg zum Uferweg auf der anderen Seite des Ressort-Hotels nicht, aber angeblich soll man den See schon umrunden können.

Der fast runde Burabay See ist umgeben von einer hügeligen Landschaft mit Kiefern- und Birkenwäldern und bizarren Granitsteinformationen, in denen die alten an Naturgeister glaubenden Kasachen ein Kamel, eine Hexe oder einen schlafenden Ritter sahen. So IMG_5739entstanden diverse Legenden. Selbst wenn man heute als moderner Mensch durch diese von Wind und Wetter geformte Landschaft geht, es ganz still ist außer dem Geheul des sturmartigen Windes dann kann man sich sehr gut vorstellen, dass die Menschen früher als es hier noch keine Häuser und Straßen gab, Fabelwesen in den Steingebilden sahen. Ich ertappe mich dabei, alle möglichen Tiergestalten in den ebenfalls bizarren Wurzelgeflechten der Bäume zu sehen.

 

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